II. STATION

Das Gleichnis von der Ente und dem Schwan

 

STATION I
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PRIESTER:
Und es geschah, dass der Zar erschlagen wurde und HAnnelore mit dem Volke auf dem Throne Platz nahm.
Doch schon bald erhob sie sich und trat unter einen grünen Baum und sprach:

"Sehet dort drüben, dort sind noch andere. Die nicht mit uns gegangen sind; sie haben sich feine Anzüge gemacht und sind vom Stamme Nimm; besitzen Maschinen, Fabriken und grosse Häuser, in denen sie Handel treiben.
Es sind die Kaufleute, die Schlotbarone, die Kartoffeljunker und die Couponabschneider, die sich da gross machen.
Und sehet dort: sie haben ein noch grösseres Haus gemacht und das nennen sie Parlament. Und von dem wollen sie euch regieren.
Und sie sagen, ihre Macht käme ganz von dem Volke. Und doch kommt sie nur ganz von ihrem Reichtum.
Ihr Haus ist nur eine Schwatzbude, in der sie eurer Äcker spotten und eure Armut verwalten. Ist's denn nicht so, dass sie alles besitzen, was nicht des Zaren war, und doch euer ist.
Drum sehet diesen Baum: heute hängen an ihm schöne grüne Blätter; und morgen schon das bürgerliche Kabinett."

Aber da traten die Kleinmütigen zu ihr heran und redeten:
"Ach liebe Frau Hannelore, lass uns doch die verschonen.
Gehe doch hin zu ihnen und mache ihre Herzen weich und ihren Geist klar, wie du es bei uns getan hast."

Hannelore aber erwiderte:
"Oh, ihr Kleinmütigen! Die Unterdrücker der Menschheit zu bestrafen ist Gnade, sie zu verschonen ist Barberei. Was soll ich zu ihnen sprechen? Aus einer Ente wird doch kein Schwan, indem man ihr den Hals lang zieht. Drum sehet diesen Baum: heute hängen an ihm schöne grüne Blätter; und morgen schon das bürgerliche Kabinett! "


 
PRIESTER:
"Wir wollen den Kapitalisten all ihr Brot nehmen."

CHORUS:
Und ihnen nur die Rinde lassen."

PRIESTER:
"Und wir wollen ihnen alle ihre Schuhe nehmen."

CHORUS:
"Und ihnen nur Bast für die Füße lassen."

Park am Neuen Pferdemarkt
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