PRIESTER:
Und es geschah, dass der Zar erschlagen wurde und HAnnelore mit dem Volke auf
dem Throne Platz nahm. Doch schon bald erhob sie sich und trat unter einen
grünen Baum und sprach:
"Sehet dort drüben, dort sind noch andere. Die nicht
mit uns gegangen sind; sie haben sich feine Anzüge gemacht und sind vom Stamme
Nimm; besitzen Maschinen, Fabriken und grosse Häuser, in denen sie Handel
treiben. Es sind die Kaufleute, die Schlotbarone, die Kartoffeljunker und die
Couponabschneider, die sich da gross machen. Und sehet dort: sie haben ein
noch grösseres Haus gemacht und das nennen sie Parlament. Und von dem wollen
sie euch regieren. Und sie sagen, ihre Macht käme ganz von dem Volke. Und doch
kommt sie nur ganz von ihrem Reichtum. Ihr Haus ist nur eine Schwatzbude, in
der sie eurer Äcker spotten und eure Armut verwalten. Ist's denn nicht so,
dass sie alles besitzen, was nicht des Zaren war, und doch euer ist. Drum
sehet diesen Baum: heute hängen an ihm schöne grüne Blätter; und morgen schon
das bürgerliche Kabinett."
Aber da traten die Kleinmütigen zu ihr heran und redeten: "Ach liebe Frau
Hannelore, lass uns doch die verschonen. Gehe doch hin zu ihnen und mache
ihre Herzen weich und ihren Geist klar, wie du es bei uns getan hast."
Hannelore aber erwiderte: "Oh, ihr Kleinmütigen! Die Unterdrücker der
Menschheit zu bestrafen ist Gnade, sie zu verschonen ist Barberei. Was soll
ich zu ihnen sprechen? Aus einer Ente wird doch kein Schwan, indem man ihr den
Hals lang zieht. Drum sehet diesen Baum: heute hängen an ihm schöne grüne
Blätter; und morgen schon das bürgerliche Kabinett! " |
|