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PRIESTER: "Strömet herbei, dass ihr die Worte höhren könnt, denn es gibt
viel zu sagen an diesem Orte!"
Und es kam der Tag, da trat neben Hannelore ein Mann, der hatte einen
geschwungenen Schnurrbart und schaute dunkel drein. Und er neidete im geheimen
unserer lieben Frau ihre Siege.
Und er sprach zu ihr: "Sieh das Volk, das du in die Revolution geführt
hast. Es ist doch ganz in Unordnung. Verstruppt wie die Bärte unserer
Kolchosenbauern. Und es ist viel Missgunst in ihm und viele trachten danach,
dich zu stürzen. Komm, lass uns Beamte einsetzen, sie zu ordnen und
Richter einsetzen, die Ungerechten zu urteilen!"
Doch Hannelore sprach: "Was willst du; um was hast du Angst, um das man dich
berauben könnte? Was soll ich das Volk bespitzeln und verzählen?
Soll denn jeder unter Verdacht gestellt werden? Ist diese Gerechtigkeit nicht
nur ein Mittel, euch in Ordnung zu halten, dass man euch bequemer schinde? Und
stehen die Ruhestühle von Justizias Bütteln nicht auf Geldhaufen?
Denkt an das Stempelpapier und das Bücken in den Amtsstuben. Und die
Gesetze, von denen ihr nichts versteht, und die Urteile, von denen ihr nichts
begreift. Reicht dir denn deine eigene Geheimpolizei im Kopfe nicht, die dich
hindert, zu leben wie du bist? Rechtfertige dich nicht, denn du hast keine
Schuld. Lehre Vertrauen und Erkenntnis, nicht Angst!
Denn wahrlich, wahrlich,
ich sage dir: Nur das Unmögliche hat Gelingungschancen; das Sichere ist
immer trügerisch und aussichtslos."
(Exortitius der Davidwache)
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