hamburger ereignisse

Die Ereignisse hier liegen auch schon wieder etwas länger zurück. Dabei häufen sich in der letzten Zeit die Akte der Ausgrenzung, der Repression und des von Seiten der Kapitalfraktion gegen Erwerbstätige und Erwerbslose geführten Klassenkampfes. Und es gab vor, allem im Jahr 2002, auch eine große Anzahl von teilweise mächtigen Aktionen gegen diese Politik. Ereignisse wie die Rämung der Bambule am 04.11.2002, die fast täglichen Demonstrationen in den folgenden Monaten und die sowohl absurden als auch besonders agressiv-gewalttätigen, und dennoch lange Zeit vergeblichen Versuche der Polizei, jeden Widerstand im Keim zu ersticken. Die öffentliche Militärzeremonie "Gelöbnis" der Bundeswehr auf dem Rathausmarkt, bei der sich der dt. Kriegsminister nicht entblödete, folgenden Satz in der Öffentlichkeit von sich zu geben: "Wenn Tucholsky heute leben würde, würde er die Auslandseinsätze der Bundeswehr für richtig halten." (Struck im Hamburger Abendblatt vom 17.06.2003, S.1). Und dergleichen noch viel mehr. So soll aktuell (Anfang Dezember 2003) die Drogenhilfeeinrichtung "Fixstern" aus dem Schanzenviertel vertrieben werden, wogegen sich ein breites Bündnis seit dem 24.11.2003 mit einer Besetzung zur Wehr setzt.
Das ist nicht unbemerkt an uns vorbeigezogen, auch wenn diese Seite den Eindruck erwecken könnte. Es war nur einfach ein bisschen zu viel, um es auf einer Seite, die höchstens wöchentlich aktualisiert wird, zu begleiten. Und durch Medien wie Indymedia oder Nadir können die Informationen viel schneller und vollständiger verbreitet werden.


Wo kommt das viele Geld für die Sicherheit her? Zum Beispiel durch Kürzungen bei AIDS-Projekten.
Am 21.02.2002 schlugen einige betroffene Gruppen und Projekte Rabatz vor verschiedenen Hamburger Behörden.
Zur Großdemonstration am 16.04.2002 gegen den Senat und seine Umverteilungspläne erschienen ca. 10.000 HamburgerInnen.

Für ihre "Sicherheit" gehen Saubermänner und Biederfrauen über Leichen: Am 12.12.2001 starb ein 19jähriger an den Folgen einer polizeilich-medizinischen Zwangsmaßnahme. Er wurde gegen seinen Widerstand von 4 Polizeibeamten "fixiert", eine Ärztin führte ihm über eine Nasensonde ein Brechmittel ein. Wenige Minuten später verstarb er an Herzversagen.
Am 22.12. fand in der Hamburger Innenstadt ein Aktionstag mit Demonstration zum Thema "Innere Sicherheit", zwangsweise Brechmittelverabreichung und den Krieg nach Innen und Außen statt.
Zur Stärkung wurde den Demonstrierenden, den Herumhängenden und anderen PassantInnen ein leckeres "Chili gegen Schill & Schily" gereicht.

Am 23. September 2001 wurde in Hamburg die Bürgerschaft neu gewählt. Nach einem Wahlkampf, der zum größten Teil auf der Klaviatur der Ängste und der niederen Instinkte des Kleinbürgers gespielt wurde, gelang es Schill, der dies am geschicktesten beherrscht, auf Anhieb knapp 20% der Stimmen an sich zu ziehen.
Zusammen mit den Stimmen der CDU, die eigentlich ein sehr schlechtes Ergebnis ezielte, aber auf diese Weise trotzdem Ole von Beust den lang ersehnten Bürgermeistertitel einbringt, und der FDP, wurde nun die rot-grüne Koalition abgelöst.
Der sogenannte Wechsel, wie dieser beherzte Sprung vom Regen in die Traufe euphemistisch tituliert wird, wird wohl zu einer weiteren Verschlechterung der Lebensbedingungen in Hamburg führen. Mehr dazu hier.
Zur Vereidigung des Hamburger Senats am 31.10. rief ein breites Bündnis zu einer Demonstration auf, zu der ca. 3000 Leute gekommen sind, um trotz fieser Regenschauer und Windböen in aller Heiterkeit und Lautstärke ihren Unmut an den Hamburger Verhältnissen zu äußern. Weil der neue Senat das nicht sehen wollte, ließ er seine Palastwache das Rathaus weiträumig absperren.

Zum letztjährigen CSD am 9. Juni 2001 beteiligte sich ein politisches Bündnis, das sich unter dem Namen "Abnormals Anonymous" zusammengeschlossen hatte, mit dem Motto "Normkontrolle". Von einer solchen wurde es dann auch heimgesucht.
Eine Erklärung dazu lesen Sie bitte hier...
Die strafrechtlich verfolgte Fahrerin eines der beiden Wagen wurde am 11.12.2001 von allen Schuldvorwürfen freigesprochen. In einer Erklärung, deren vollständiger Vortrag vor Gericht verhindert wurde, geht sie auf den politischen Hintergrund dieses Prozesses ein und erinnert daran, daß der CSD ursprünglich ein Aufstand gegen die polizeiliche Diskriminierung abseits des Mainstreams stehender Menschen war. Der Wortlaut der Erklärung - veröffentlicht bei uturnqueer - ist hier noch mal gespiegelt.

Am 7. Juni d. J. 2001 konnte die baustelle die Lehre Unserer Lieben Frau Hannelore Helwin-Kleinholtz in den Hafen tragen. Dabei wurden Stationen ihres aufrührerischen Wirkens memoriert, uns allen zur Anregung.
Leider konnten noch keine dieses Ereignis bezeugenden schriftlichen Dokumente aufgefunden werden, so dass an dieser Stelle nur die Ankündigung und ein paar Schnappschüsse gezeigt werden können.

In der Nacht vom 24. zum 25. Februar des Jahres 2001 war es mal wieder soweit: Zwei Homoläden wurden von einer Polizei-Razzia heimgesucht. Zu den bei solchen Szenen üblichen Personalienfeststellungen, die an Geschichten aus der alten Zeit erinnern, wurden - ganz im Sinne des kriminalwissenschaftlichen Fortschritts - auch Speichelproben eingesammelt.
Mehr zum Hintergrund dieser Ermittlungsmethoden erfahren Sie hier...